Hund zieht an der Leine – was tun?

Ziehen ist kein Ungehorsam, sondern eine gut geübte Gewohnheit. Deshalb hilft auch kein strengeres Halsband, sondern ein neuer Aufbau.

Warum Ihr Hund zieht

Weil es funktioniert hat. Der Hund zieht, es geht weiter, das Ziel kommt näher. Für den Hund ist das eine glasklare Rechnung, und sie hat sich über Monate oder Jahre tausendfach bestätigt.

Dazu kommen zwei Dinge, die nichts mit Erziehung zu tun haben: Hunde gehen von Natur aus schneller als wir, und draußen ist schlicht alles interessanter als der Mensch am anderen Ende der Leine.

Die häufigsten Fehler

Der erste ist Inkonsequenz aus Alltagsnot: Heute wird gebremst, morgen zieht der Hund uns zum Auto, weil es schnell gehen muss. Für den Hund bleibt Ziehen damit eine Strategie, die manchmal klappt – und genau das macht sie besonders stabil.

Der zweite ist die Ausrüstung als Abkürzung. Zughalsband, Würger oder Sprühhalsband unterdrücken das Ziehen oft sofort. Der Hund lernt dabei aber nur, dass Vorwärtsgehen unangenehm werden kann, nicht, was er stattdessen tun soll. Und er verbindet das Unbehagen mit dem, was er in dem Moment sieht: oft mit anderen Hunden.

Der dritte ist der Ort. Wer die lockere Leine ausgerechnet dort übt, wo der Hund am aufgeregtesten ist, übt am falschen Platz.

Was tatsächlich hilft

Anfangen, wo es noch geht – meist in der Einfahrt oder auf einem ruhigen Wegstück. Erst wenn die lockere Leine dort verlässlich sitzt, kommt mehr Ablenkung dazu.

Ihrem Hund zeigen, dass sich Orientierung an Ihnen lohnt: Blickkontakt belohnen, Tempo und Richtung wechseln, damit Mitgehen interessant wird. Und ein Geschirr verwenden, das gut sitzt und die Schulter frei lässt.

Fünf Minuten bewusst geübt bringen mehr als eine Stunde nebenbei. Wenn Sie zwischendurch dorthin müssen, wo Sie keine Zeit zum Üben haben, ist das in Ordnung – dann ist es eben ein Weg ohne Training statt einer halben Übung.

Sie wollen das nicht allein angehen?

Genau dieses Thema bearbeite ich im Leinenführigkeit in den Bezirken Gmünd, Waidhofen und Zwettl – dort, wo es bei Ihnen auftritt.

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